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Vinzenztag 23. September 2018 in Kitzingen St. Vinzenz

Pontifikalamt mit Bischof Dr. Franz Jung
Begegnung im Stadtteilzentrum und
Vinzenz-Preisverleihung





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Die Caritas begeht ihren Vinzenztag in Kitzingen und verleiht den Vinzenzpreis 2018. Bischof Dr. Franz Jung dankt für das berufliche und ehrenamtliche Engagement der Caritas. "Wie wichtig heute der Einsatz für arme Menschen ist, zeigt sich auch in Kitzingen", so Bischof Jung.

Wer in der Kitzinger Siedlung wohnt, steht zum Teil nicht auf der Sonnenseite des Lebens. Groß sind die Herausforderungen im Notwohngebiet. Ganz bewusst habe man sich deshalb für die kleine Kirche St. Vinzenz im Kitzinger Stadtteil Siedlung entschieden, um dort mit dem Bischof und vielen Frauen und Männern aus Kirche und Caritas, Gesellschaft und Politik den diesjährigen Vinzenztag zu begehen, erläuterte Domkapitular Clemens Bieber am Beginn des Gottesdienstes.
Diakon Lorenz Kleinschnitz erklärte wie die Pfarrei St. Vinzenz 1949 mit einer Notkirche begonnen hatte. Der bis heute unveränderte Standort tue dem Umfeld und der Siedlung gut. Die Siedler nähmen sie war und brächten sich mit Aktionen und Veranstaltungen in die Kirche ein, sie hätten die Pfarrei über Jahrzehnte geprägt.
Zum Festtag gekommen waren Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Staatsminister Dr. Winfried Bausback, die Landtagsabgeordneten Kerstin Celina und Kathi Petersen, die Landrätin von Kitzingen, Tamara Bischof, Caritasdirektorin Pia Theresia Franke, zahlreiche Bürgermeister der Region und viele Verantwortungsträger aus Lokalpolitik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Festlicher Gottesdienst mit Vinzenz von Paul

Während sich die letzten Plätze in der Kirche füllten, begrüßten Mädchen und Buben aus der benachbarten Kita St. Vinzenz von Paul Bischof Dr. Franz Jung mit einem Ständchen. Die Fröhlichkeit der Kinder ließ schnell vergessen, dass draußen erste herbstliche Regenschauen vorüberzogen. Vor dem Einzug in die Kirche sangen die Frauen vom Frauenbund mit Begleitung von Akkordeons das Schunkellied: "Wo der Main fließt durch das schöne Frankenland". Die ehemalige Siedlerkönigin Tanja Jensen interviewte in einer Fernsehdarstellung Vinzenz von Paul, dargestellt von Markus Schmitt. Sie erinnerten an die einstige Bedeutung von St. Vinzenz für Kranke, Kinder, Findelkinder und Vertriebene. Das einstige Schwesternhaus sei der heutige Kindergarten. Not gebe es mit Wohnraumknappheit und Vereinsamung auch heute noch. Festliche Orgel- und Chormusik, der kräftige Gesang der großen Gemeinde, viel Engagement von Ehrenamtlichen bei Lesungen und Fürbitten und die große Schar der Ministranten machten den Gottesdienst zu einem sonntäglichen Lichtblick.

Vinzenz von Paul - damals und heute

Nicht zuletzt die allseits gelobte Predigt des Bischofs wird vielen der mehr als 350 Gottesdienstbesucher im Gedächtnis bleiben. Er erinnerte an das Wirken des großen Heiligen der Caritas, Vinzenz von Paul, im Frankreich des 17. Jahrhunderts und machte zugleich deutlich, dass dessen menschenfreundliche Grundhaltung bis heute notwendig sei. "Wir müssen unsere Herzen empfindsam und empfänglich machen für die Not des Nächsten", rief Bischof Franz den Gläubigen eine Weisung des Caritasheiligen ins Gedächtnis. Es brauche dazu die Gnade Gottes, sodass Mitleid und Mitgefühl auch zu Taten führten. Der Bischof warnte mit Blick auf ein Wort des Papstes vor der "Globalisierung der Gleichgültigkeit". Wo Not erkannt werde, müsse geholfen werden wie es die Feuerwehr angesichts eines Brandes tue. "Auch in Kitzingen weiß man ein Lied davon zu singen, was passiert, wenn nicht rechtzeitig gelöscht wird", sagte der Bischof. Aus Armut werden Resignation und Perspektivlosigkeit, dem folgten oft der Alkohol, Gewalt und Kriminalität. Am Ende bestünde die Gefahr der Radikalisierung von Gruppen und ganzen Bevölkerungsschichten.

Der Bischof würdigte in seiner Predigt das Engagement für Menschen in Not. "Wir brauchen dazu die guten Strukturen der Caritas, die Menschen mit Organisationstalent, damit Hilfe ankommt und wirksam wird." Ausdrücklich dankte der Bischof für die vielen guten Projekte, die im Sinne der Caritas-Jahreskampagne "Jeder Menschen braucht ein Zuhause" im Bistum Würzburg anzutreffen seien.

Am Ende seiner Predigt ermunterte Bischof Franz Jung, sich nicht von Rückschlägen niederdrücken zu lassen. "Wer Gutes tut, der muss mit Niederlagen rechnen." Beharrlichkeit und Ausdauer seien wichtig.

Überraschung

Am Ende des Gottesdienstes überreichte Paul Greubel, Geschäftsführer des Kitzinger Caritasverbandes eine historische Skulptur des heiligen Vinzenz von Paul an Pfarrer Gerhard Spöckl. Er habe sie samt Schenkungsurkunde von Schwestern in München bekommen. Dort war man der festen Überzeugung, dass diese Figur "wieder uns Volk kommen" müsse, berichtete Greubel.
Überrascht sprach Pfarrer Spöckl von einem runden Tag für die Pfarrei, denn die Figur sei da, der Bischof sei da und die Gläubigen im vollbesetzten Gotteshaus auch.

Begleitet von der Kolping-Blaskapelle zog die Festgemeinde im Anschluss an den Gottesdienst ins benachbarte Stadtteilzentrum. Hier wurde der Vinzenztag mit der Verleihung des Vinzenzpreises 2018 und einem gemeinsamen Mittagessen fortgesetzt.

Text von Dr. Sebastian Schoknecht (Caritas Wzbg.) u. Gerhard Bauer (MainPost)
Fotos: Günter Streit




Unter dem Motto "Jeder Mensch braucht ein Zuhause" wurden zwei Projekte aus der Region ausgezeichnet.

Namenspatron Vinzenz von Paul

Bei der Begrüßung der Gäste, darunter auch Landtagspräsidentin und Ehrenvorsitzende Barbara Stamm und Bayerns Justizminister Prof. Dr. Winfried Bausback, zitierte Domkapitular Clemens Bieber den Namenspatron der Kitzinger Kirche und Begründer der modernen Caritas, Vinzenz von Paul: "Unsere Aufgabe ist es, zu handeln". In diesem Sinne habe man in den vergangenen Monaten mit Stadt und Landkreis Kitzingen nach Wegen gesucht, um die Situation der Menschen im sogenannten Notwohngebiet im Stadtteil Siedlung zu verbessern, betonte der Caritasvorsitzende. Es sei somit auch kein Zufall, dass der Vinzenztag in diesem Jahr in unmittelbarer Nähe zum Notwohngebiet stattfinde, wo Menschen auf kleinstem Raum und zum Teil ohne eigene Dusche lebten.

Vinzenzpreis an "Wegweiser"

Für einen Lichtblick sorgt dort das Projekt "Wegweiser", das mit dem Vinzenzpreis und 4.000 Euro ausgezeichnet wurde. In der Begegnungsstätte gibt es nicht nur Duschen und Waschmaschinen, sondern auch warme Mahlzeiten, Kaffee und Kuchen sowie Kleiderspenden und Möbel für die Bewohner des Notwohngebiets. Die Ehrenamtlichen um Stadträtin Andrea Schmidt organisieren Ausflüge für Familien und Kinder und konnten einen Friseur gewinnen, der kostenlos Haare schneidet. "Dank Ihnen finden die Menschen hier eine wichtige Anlaufstelle und einen Ort zum Wohlfühlen", betonte Jurymitglied Dr. Hülya Düber, Sozialreferentin der Stadt Würzburg. Andrea Schmidt bedankte sich im Namen ihres Teams für die Würdigung ihrer Arbeit. "Es ist nicht immer leicht, aber wir halten zusammen." Sie lobte, dass sich viele Helfer aus dem Notwohngebiet einbrächten. Dabei sei Pfarrer Spöckl stets ein wichtiger Unterstützer.

Jurypreis für Wohnungsbauprojekt

Mit dem Preis der Jury und 1.000 Euro wurde das Projekt "Sozialwohnungen auf Kirchengrund" in Erlenbach am Main ausgezeichnet, ein Projekt, das, wie die Kitzinger Landrätin Tamara Bischof betonte, hoffentlich viele Nachahmer finden werde. Es treffe auf hervorragende Weise den Kern der Caritas-Jahreskampagne "Jeder Mensch braucht ein Zuhause". 14 Sozialwohnungen wurden hier auf einem Grundstück der Kirche gebaut, das in Erbpacht bereitgestellt wird. Bei der Belegung hat die Kirche Mitspracherecht, damit die Wohnungen jenen zugutekommen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Pfarrer Franz Kraft und Kirchenpfleger und Stadtrat Rudi Großmann dankten für die Auszeichnung. Die 1.000 Euro Preisgeld werde man in eine Sitzecke investieren, um den Austausch und das Kennenlernen der Bewohner zu fördern, betonten beide.

Ausklang mit Mittagessen

Nach musikalischen Beiträgen der Trommelgruppe des Seniorenzentrums St. Elisabeth und dem gemeinsamen Mittagessen hatten die Besucher die Möglichkeit, sich über die Arbeit der Caritas im Stadtteilzentrum zu informieren und dem benachbarten Kindergarten St. Vinzenz einen Besuch abzustatten.

Unterdessen nutzten Bischof Franz und mit ihm weitere Verantwortliche aus Kirche und Politik die Gelegenheit zu einem Kurzbesuch in der Siedlung. In der Begegnungsstätte "Wegweiser" informierten die Ehrenamtlichen um Andrea Schmidt über die Herausforderungen und ihren Dienst für Menschen in prekären Lebenslagen. Die 4.000 Euro Preisgeld seien sehr gut investiert.

Text von Julia Eyrisch (Caritas Wzbg.) Fotos: Günter Streit

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